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Religion in Singapur

Auf religiösen Spuren wandeln: Kirchen, Tempel und Moscheen in Singapur
Fernab pulsierender Straßen und quirliger Kaufhäuser kann es in Singapur auch ein wenig andächtiger und ruhiger zugehen – und dies gleich in etwa 140 Moscheen, Tempeln und größeren Kirchengebäuden. Hinzu kommen noch weitere kleinere Stätten zum Beten. In den meisten Fällen sind die Kirchen & Co. tagsüber an jedem Tag der Woche geöffnet. Es lohnt sich als Besucher, den ein oder anderen neugierigen Blick in die heiligen Räume zu werfen…




Nützliche Verhaltenstipps für die Besuche
– Achten Sie darauf, Tempel und Moscheen stets ohne Schuhe zu betreten.
– Weibliche Besucher sollten sich in islamischen Einrichtungen besonders bedeckt zeigen. Freizügige Oberteile und kurze Röcke oder Hosen sind nicht angebracht. Entsprechend bedeckende Kleidungsstücke und Tücher sind vor dem Besuch der Sultan Moschee erhältlich.
– In den Moscheen sind die Hauptgebetshallen ausschließlich für Männer bestimmt.
– Nehmen Sie an Gottesdiensten teil, so sollten Sie keine Fotos machen und durch die Räumlichkeit wandern, sondern sich stattdessen ruhig verhalten.
– Folgen Sie einfach den singapurschen Einwohnern, wenn Sie sich in einem Tempel befinden.
– Bedenken Sie links herum zu gehen, wenn sie wie die Gläubigen einen Rundgang machen.
– Auch als Besucher dürfen Sie alles partizipieren und z.B. ein vor Ort gekauftes Räucherstäbchen entzünden und dieses zu den anderen vor den Altar setzen.
– Beim Verlassen der Gebetshäuser ist ein kleiner Spendenbetrag sinnvoll, da sich die Stätten dadurch finanzieren.

Buddha Zahn Relikt Tempel

Buddha Zahn Relikt Tempel ©iStockphoto/orpheus26

Kirchen und Kathedralen
Cathedral of the Good Shepherd: Singapurs älteste katholische Kirche
Wer eine interessante Kirchen-Tour unternimmt, sollte Singapurs älteste katholische Kirche aus dem Jahre 1843 in der Victoria Steet nicht aussparen. Das Gotteshaus besticht durch eine klare Architektur, die auf J. T. Thomson zurückzuführen ist. Als Nationalmonument steht die Kathedrale unter Denkmalschutz. Gegenüber befindet sich eine ehemalige Gotik-Kapelle.
Wegweiser: MRT Queen Street (EW 13) / alternativ: MRT City Hall (NS 25)

St. Andrew’s Cathedral: Weißer Sträflingsbau
Ein weißes Schmuckstück inmitten eines alten Parks: An das Regierungsviertel grenzt die St. Andrew’s Cathedral. Die neugotische Kathedrale steht unter Denkmalschutz. In der Zeitspanne von 1865 bis 1864 erbauten sie indische Strafgefangene, wobei der Grundriss des anglikanischen Gotteshauses die Form eines Kreuzes hat. Neben den farbenfrohen Fenstern, die sich im Rücken des Hauptaltars befinden, ist auch die Farbe der Kathedrale beeindruckend. Zum Verputzen kam eine spezielle Mixtur zum Einsatz („Madras Churam“), welche sich mitunter aus Fasern der Kokosnuss, Proteinen und Muscheln zusammensetzt. Nahe der Kathedrale trifft der Besucher mit „Raffles City“ und modernen Hotelgebäuden (Westin Stamford und Westin Plaza) auf ein interessantes Kontrastprogramm.
Wegweiser: St. Andrew’s Road / MRT City Hall (EW 13) / NS 25

Armenian Church of St. Gregory: Ein Bauwerk Colemans
In unmittelbarer Nähe der Chinesischen Handelskammer und der zeitnah errichteten Botschaft der USA liegt die Armenian Church of St. Gregory. Das anmutig gebaute apostolische Kirchenhaus wurde 1835 errichtet, also zu einer Zeit, in der es in Singapur lediglich ein Dutzend armenischer Familien gab. Wie viele andere Gebäude Singapurs ist die Armenian Church auf den Architekten George D. Coleman zurückzuführen. Außen wird die Kirche durch klassische Schmuck-Giebel und Säulen geziert. Die symmetrische Form des vornehmen Grundrisses lehnt sich dabei an die einer Kirche an, welche sind nahe des armenischen Eriwans steht. Dort, wo sich nun an dem Coleman-Bauwerk ein spitzer Turm befindet, war bis 1850 eine Kuppel vorhanden, die der Gemeinde jedoch missfiel. Hinter der Kirche befindet sich ein Friedhof, wo Türkeiflüchtlinge und armenische Gläubiger beigesetzt wurden. Das christliche Kirchenhaus ist das älteste der Stadt und steht ebenso wie sein Friedhof unter Denkmalschutz. Regelmäßige Gottesdienste finden nicht mehr statt.
Wegweiser: Hill Street / Bus 197 / alternativ: MRT City Hall (EW 13 / NS 25)

Tempel

Central Sikh Temple: Preisgekrönter Tempel-Bau
Haben Sie schon einmal etwas vom „Grant Sahih“ gehört? Dabei handelt es sich um die Heilige Schrift der indischen Religionsgemeinschaft Sikh. In den beeindruckenden Gemäuern des Tempels wird dieses Buch aufbewahrt. Für die 15.000 in Singapur ansässigen Anhänger des Sikhismus stellt der Tempel, der einen Architekturpreis erhielt, eine der wichtigsten Heiligstätten überhaupt dar. Sie wurde 1986 eröffnet – pünktlich am 518. Geburtstag von Guru Nanak, dem Gründer der Sikh-Lehre.
Wegweiser: Towner Road / MRT Boon King (NE 9)

Chettiar Hindu Temple: Sonnendurchflutete Heiligstätte
Übersehen kann man den Chettiar Tempel nicht: Umgeben von modern gebauten Bürokomplexen sticht er mit seinem fünfstöckigen farbenfrohen Turm heraus. Dieser ist nicht nur über zwanzig Meter hoch, sondern auch mit zahlreichen Götterstatuen verziert, die ganz besonders auf den Betrachter wirken. Schon früh setzten südindische Chettiars, also Wechsler und Verleiher von Geld, dessen Ahnen aus Madras stammen, den Grundstein für einen Tempel. Dieser wurde jedoch 1979 wieder abgerissen, da man sich ein noch prunkvolleres Gebäude wünschte. Die neue Halle zum Beten fasst etwa tausend Gläubige. Extra Empfangshallen stehen für besondere Festlichkeiten zur Verfügung. Indern ist diese heilige Stätte auch unter der Bezeichnung Sri Thandayuthapani Temple geläufig. Verehrt werden hier unter anderem der Gott Shiva und Ganesha, der Gott der Wissenschaft und Weisheit, dessen markantes Erkennungszeichen ein Elefantenkopf ist. Besonders während religiöser Festlichkeiten wie Navarathiri und Thaipusam lohnt sich ein Besuch des Tempels. Morgens und abends fallen die Sonnenstrahlen durch das speziell angelegte Tempeldach durch die Zierfenster auf die Altäre und den Innenhof.
Wegweiser: 15 Tank Road / MRT Dhoby Graut (NS 24) / alternativ: MRT Somerset
(NS 23) / Buslinien 143, 123

Kong Meng San Phor Kark See: Skulpturen, Schildkröten & Co.
Wenn Sie diesen Buddhisten-Tempel besuchen, werden Ihnen lebendige Schildkröten begegnen: Tempel und Kloster wurden nämlich in eine wunderschöne Grünanlage mit dazugehörigem Teich eingebettet, in dem es sich die flinken Tiere gut gehen lassen. Doch sie sind nicht zufällig dort, schließlich symbolisieren Schildkröten ein langes Leben. Auch der Tempel selbst, der aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt, ist mit seinen kostbaren Malereien chinesischer Mythologie und den eigens in China gearbeiteten Skulpturen eine Augenweide.
Wegweiser: 88 Bight Hill Drive / MRT Bishan (NS 17) / alternativ: Anfahrt mit dem Taxi

Kwan Im Tong Hood Che Temple: Moderne Gebetsstätte
Auch wenn Sie in diesem zeitgemäßen Buddhisten-Tempel nicht fotografieren dürfen, werden sich die bunten Bilder sicherlich auch so einprägen: Vor Buddha-Figuren setzt oder kniet man sich zum Gebet, Räucherstäbchen werden entzündet und mit Schüttel-Stäbchen versucht man gar, einen Blick in die Zukunft zu erhaschen. Selbst wenn sich die optische Gestaltung von anderen Buddhisten-Tempeln unterscheidet, ist ein Besuch dennoch lohnenswert. Vor dem Gebäude locken Verkäufer mit farbenfrohen Blumen und Losen.
Wegweiser: 178 Waterloo Street / MRT Bugis (EW 12)

Sri Krishnan Temple: Genuss für die Sinne
Wer dem neu hergerichteten hinduistischen Tempel einen Besuch abstattet, taucht in ein berauschendes Farbenmeer ein. Doch während sich die Augen auch an den lebhaften Zeremonien erfreuen können, lauschen die Ohren oftmals schönen Musikklängen. Blumen zieren die hier verehrten Götter Brahma, Shiva & Co. Nebenan befindet sich der buddhistische Kuen Im Tong Hood Che Temple. Doch die dort verorteten Gläubiger besuchen sonderbarerweise auch schon einmal die hinduistischen Götter. Als Besucher ist man ebenso bei den Yoga-Übungen in dem benachbarten Gebäude willkommen.
Wegweiser: Waterloo Street / MRT Bugis (EW 12)

Sri Mariamman (Devasthanam) Temple: Ort zum Staunen
Ertönen die Glocken, kündigt sich Besuch im hinduistischen Sri Mariamman Tempel an. Im Herzen Chinatowns, zwischen Pagoda Street und South Bridge Road gelegen, ehren indische Gläubige ihre Gottheiten. Die Tempelanlage wurde zwischen 1827 und 1843 errichtet, wobei auch im Folgenden immer wieder Verschönerungen und Erweiterungen durchgeführt wurden. Der einstige Holzbau wurde ferner durch Steinkonstruktionen ersetzt. Für die Besichtigung von Singapurs ältesten und wichtigsten Hindu-Tempel sollte man sich ruhig ein wenig Zeit lassen. Das Hauptportal besticht durch farbenfrohe, nahezu lebendig wirkende Figuren, die Szenen hinduistischer Mythologien darstellen, während der Eingangsturm fünfstöckig ist. Auch Kühe, die heiligen Tiere der Hindus, dürfen nicht fehlen und sind aus diesem Grund an der Außenfassade angebracht. Innen wachen imposante Krieger- und Löwenfiguren über die Altäre. Ebenfalls lohnt sich ein Blick nach oben: Wie auf den Wänden wurden hier Götter mit ihren jeweiligen Reittieren dargestellt. Im Hauptschrein ehrt man mitunter Maha Mariamman, die Göttin des Wohlstandes und der Gnade. Sie bewahrt vor bedrohlichen Krankheiten und unterstützt ihre Heilung. Im Hof werden weitere Gottheiten verehrt. Hochzeitsfeste gibt es in diesem Tempel beinahe jeden Tag. In den Abendstunden kann man überlieferten Musikklängen lauschen. Im Oktober wird der Tempel während des Thimithi-Festes zu einem ganz besonderen Anziehungspunkt. Dann findet der so genannte „Feuerlauf“ statt, bei dem Gläubige, welche man zuvor in Trance versetzt hat, durch Glut schreiten. Wer auf seine Zukunft neugierig ist, findet um die Tempelanlage herum chinesische und indische Wahrsager.
Wegweiser: 244 South Bridge Road / MRT Tanjong Pagar (EW 15) / alternativ: MRT Chinatown (NE 4) / alternativ: Bus: 174, 124

Tan Si Chong Su Temple: Das beste Feng Shui Singapurs
Nicht umsonst kehren in den am Singapore River gelegenen Tempel zwischen Magazine Road und Merchant Road so viele Gläubige ein. Angeblich herrscht an dieser Chinatown-Stätte nämlich das beste Feng Shui in ganz Singapur, wodurch die Gebete besonders gut erhört werden sollen. Früh am Morgen sowie in den Abendstunden herrscht meist ein großer Andrang in den Hauptgebetszeiten. Vielfältige Rituale wie beispielsweise das Orakelhölzchen-Werfen können hier bestaunt werden. Die Stätte, die heute ein nationales Denkmal ist, wurde 1876 von den Tans errichtet, die mit ihrer Stiftung etwas zur Stadt beitragen wollten. Vater Tan Kim Cheng und Sohn Tan Beng Swee, beides Kaufleute und großzügige Menschenfreunde, übernahmen nicht nur die Finanzierung des Tempels, sondern richteten in ihm auch eine Knabenschule ein. Und bevor Sie sich den Kopf zerbrechen, was die Schriftzeichen über dem Altar bedeuten, sei es hier verraten: „Helft der Welt und der Menschheit“ – sehr passend zur Tan-Philosophie.
Wegweiser: 15 Magazine Road / MRT Chinatown (NE 4)

Temple of 1000 Lights: Das „Must-See“ unter den Tempeln
Eine Buddha-Figur hat jeder schon mal gesehen. Aber auch eine, die 15 Meter hoch ist? Im Tempel der 1000 Lichter, der eigentlich den langen Namen Sakaya Muni Buddha Gaya Temple trägt, steht eine solch imposante Figur im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Tempel wurde 1927 von einem thailändischen Mönch errichtet. An der sitzenden Statue, die Buddha bei der Erdanrufung zeigt, handelt sich um ein Lebenswerk, an dem bis 1976 gearbeitet wurde. Der Sockel sowie das begehbaren Innere der Statue beinhalten Buddha-Darstellungen. Mithilfe von einigen Singapur-Doller erstrahlt der mächtige Buddha in dem warmen Glanz unzähliger Glühbirnen – daher rührt auch der vom Volk gebräuchliche Name des Tempels. Erweist sich das Gebäudeäußere als eher schlicht, ist das Innere demnach umso spektakulärer. Und ebenso in den hinteren Räumen begegnet einem der Begründer des Buddhismus, dort nämlich in Form von kleinen Figuren. Schließlich gibt es links vom Eingang noch eine Imitation des Fußabdruckes, welchen Buddha Überlieferungen nach in Sri Lanka (Adam’s Peak) zurückgelassen hat. Auch ein Stück Rinde von dem indischen Baum, an dem Buddha zur Erleuchtung gekommen ist, bewahrt man im Tempel der 1000 Lichter auf. Wer sich die Zukunft deuten möchte, kann hier übrigens ein Wahrsager-Büro besuchen.
Wegweiser: 366 Race Course Road / Buslinien: 65, 64, 106, 111

Leng San See Temple: Ein Tempel voller Speisen
Vis-a-vis dem Tempel der 1000 Lichter befindet sich der Leng San See Temple. Wirft man einen Blick hinein, mag man sich vielleicht über die vielen Speisen wundern. Doch die sind leicht erklärbar: Anhänger des Buddhismus bringen an dieser Stätte ihren verstorbenen Familienangehörigen Speisen als Opfer.

Thian Hock Keng Temple: Drachen und brennendes Papier
Der buddhistische „Tempel der himmlischen Glückseligkeit“, die bedeutsamste daoistische Stätte Singapurs, ist eine wahre Meisterleistung chinesischer Baukunst. Als man zwischen den Jahren 1830 und 1842 das Hauptgebäude errichtete, bediente man sich original chinesischem Material. Doch nicht nur ausschließlich, immerhin wurden auch Kacheln aus Holland und England sowie Geländer aus dem weit entfernten Schottland eingeführt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Geschwungene Linien, zahlreiche Ausschmückungen und eine feine Verarbeitung lassen den chinesischen Tempel zu einem der schönsten seiner Art in Singapur zählen. Der Bau des Tempels wurde durch südchinesische Immigranten aus der Provinz Fukien durchgeführt. Die Seefahrer brachten eine Statue der Göttin Ma-chor-poh mit, der sie mit einem errichteten Schrein für die gut überstandene Überfahrt dankten. Als dann der Tempel-Bau an der einstigen Uferstraße abgeschlossen war, stellte man die Beschützerin der Seefahrer und Mutter der himmlischen Weisen auf ihren neuen Platz, einem mit Gold bedeckten Altar. Zwar blickt Ma-Chor-Poh nicht mehr wie früher auf das Meer, doch thront sie noch auf alter Stelle zwischen dem Gott des Lebens und dem Kriegsgott. Zwei ausgerüstete Kriegerstatuen, wovon die eine auf eine Distanz von bis zu tausend Meilen hören und die andere sehen kann, bewachen die Gottheiten.
Der Besucher wird von den wuchtigen Portalen, den Drachen auf dem Dach und in der Eingangshalle, den üppigen Schnitzereien sowie den zahlreichen, farbenfrohen Mosaiken und Fliesen begeistert sein. Auch die Farben Gold und Rot werden ihm als Symbol für Wohlstand und Glück begegnen.
Obwohl mittlerweile die Zahl der Touristen die der Gläubiger zu übertreffen scheint, kann man dennoch beobachten, wie religiöse Chinesen Räucherstäbchen anzünden und spezielle Papiere verbrennen, auf denen zum Beispiel Gelübde stehen. Hierbei gilt: Zusehen ja, Filmen und Fotografieren nein. Die Tempelanlage umfasst darüber hinaus Mönchsunterkünfte sowie weitere Altäre. Zudem sind Wahrsager anwesend. Die bringen mit ihren Computern schließlich einen Hauch Moderne in die traditionelle Andachtsstätte…
Wegweiser: 158 Telok Ayer Street / MRT Raffles Place (NS 26 / EW 14)

Synagogen

Maghain Aboth Synagogue: Zeitzeuge
Mehr als hundert Jahre ist es nun her, dass diese Synagoge von Juden arabischer Abstammung errichtet wurde. Der hier ansässigen ältesten Gemeinde jüdischen Glaubens Südostasiens wohnten vor allem Menschen aus dem kommunistisch gewordenen China und Bagdad bei. Doch selbst mit den sich zum Judentum bekennenden Chinesen standen die Aussichten auf eine Heirat in der Gemeinde eher schlecht. Folglich zog es zahlreiche Juden ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.
Wegweiser: 24 Waterloo Street / MRT Bugis (EW 12)

Moscheen

Hajjah Fatimah Mosque: Singapurs älteste Moschee
Der Name der Moschee basiert auf einer Erfolgsgeschichte: Die aus Malakka stammende Hajjah Fatimah vermählte sich mit einem wohlhabenden Sultan. Als dieser verstarb, übernahm die Malaiin sein Schifffahrts- und Handelshaus. Ihr feiner Geschäftssinn und der damit verbundene Erfolg erlaubte ihr sodann die Finanzierung der Moschee-Errichtung. Von der Architektur her ist das Gotteshaus mindestens ebenso imposant wie die in der Arab Street ansässigen berühmten Sultan Moschee.
Wegweiser: 4001 Beach Road / MRT Lavender (EW 11)

Sultan Moschee: Goldener Kuppel-Blickfang
Wenn nicht gerade Gebetsstunden in der Sultan Moschee abgehalten werden, können Sie gerne einen Blick in die größte geistliche Stätte der Moslems in Singapur werfen, dessen Bau 1924 begonnen und 1928 abgeschlossen wurde. Einst gehörte die Moschee zu den Sultan-Wohnbereichen, mittlerweile ist sie jedoch eine öffentlich zugängliche Gebetsstätte. Am Anfang des 19. Jahrhunderts ließ man an diesem Platz eine erste Moschee errichten, wobei dem Sultan von Johor eine Stiftung über 3000 Spanisch-Dollar von Raffles zukam. 1924 wich die Masjid Sultan dem heutigen Gebäude. Architektonisch besticht die im maurischen Stil erbaute Moschee mit Kuppeln, Ausruftürmen sowie Bögen in Hufeisen- und Spitzform. Interessant ist dabei die von den britischen Architekten Maclaren und Swan umgesetzte Mixtur aus arabischen, europäischen, türkischen und persischen Elementen – ganz nach Sultan Iskandar Shahs Vorstellung. Der in Blau/Grün gehaltene seitliche Bau wurde Anfang der Neunziger errichtet. Doch nicht nur die stattlichen Goldkuppeln, sondern auch Singapurs größte Halle zum Beten sind beeindruckend. Dorthin strömen jeden Freitag Hunderte zum Gebet. Wer bereits einen Tempel in Singapur besucht hat, wird im Inneren der Moschee mit ihrem Teppich belegten Marmor-Boden einen Unterschied bemerken: Die Einrichtung ist schlicht statt üppig. An Stelle der Gottesdarstellungen, die in anderen Religionen üblich sind, steht bei den Muslimen die Schönschreibkunst im Vordergrund, wobei die Schriftzeichen kunstvoll präsentiert werden.
Das in der Moschee ansässige islamische Kulturzentrum der Stadt, welches sich aus dem „Islamic Information Service“ und der „Muslim Converts Association“ zusammensetzt, beantwortet übrigens gerne Fragen rund um den Islam.
Wegweiser: 3 Muscat Street / MRT Bugis (EW 12) / Lavender / Buslinie: 13

Tipps für den Besuch der Sultan Moschee:
– Zur Besichtigung unbedingt Schuhe ausziehen.
– Die Bekleidung sollte dezent gehalten sein – kurze Shorts und Oberteile mit einem großzügigen Ausschnitt sind nicht erwünscht.
– Für Frauen werden Tücher für ein angemessenes, bedeckendes Outfit bereitgehalten.
– Fotografieren und Filmen sind nicht gestattet.
– Den schönsten Winkel zum Fotografieren der Sultan Moschee findet man in der Palmen-Allee Bussorah Street, die nicht nur parallel zur Arab Street verläuft, sondern auch die Geschäftsstraße Baghdad Street mit der Sultan Moschee verbindet. Die Fußgängerzone wurde mit Liebe zum Detail ausgebessert, was einen Besuch lohnenswert macht.
– Kunterbunte Händlerstände säumen den Platz vor der Moschee und die Bussorah Street während des islamischen Fastenmonats Ramadan. Ist der neunte Monat des Mondjahres und damit die Fastenzeit vorbei, reicht man hier und in der Nebenstraße (Kandahar Street) allabendlich feine malaiische Speisen.

Weitere interessante Stätten
Wenn Sie eine Entdeckungs-Tour durch die Viertel Singapurs machen, kommen Sie vielleicht auch an einer dieser religiösen Einrichtungen vorbei…

– Arab Street
Malabar Muslim Jama-Ath Moschee. Hinter der von Siddique entworfenen islamischen Moschee stößt man auf einen historischen Friedhof, der Gräber von Malabar-Indern beheimatet.

– Chinatown
Nagore Durgha Shrine
Moschee mit vier Türmen und drei Namen: Nachdem die eindrucksvollen Auffälligkeiten der Baukunst begutachtet wurden, heißt es Schuhe aus und rein zur Besichtigung! Die 1830 erbaute Islam-Heiligstätte, dessen Gründer ihre Heimat im südlichen Indien hatten und zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Singapur kamen, ist auch unter den Namen Shahul Hamid Durgha und Masjid Chulia bekannt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Hier befindet sich das Grab von Shahul Hamid Nagore, den man als Heiligen verehrt. Gläubige suchen den geheiligten Ort insbesondere an Festtagen für ihre Gebete auf.

Sing Chor Kung Temple: Sightseeing und Schlemmen
Die enge Fortführung der Ann Siang Road führt in Richtung Amoy Street an einem Tempel namens Sing Chor Kung vorbei. Rechts von ihm kann man sich in einem Hawker-Centre mit günstigen, lecker zubereiteten Speisen für seine weitere Erkundungstour durch die City stärken. Eine MRT-Station ist in der Nähe (Tanjong Pagar).

Jamae Moschee: Zeuge der Hoffnung
Zwei Besichtigungen auf einem Fleck: Die Jamae Moschee befindet sich in unmittelbarer Nähe des bunten Sri Mariamman Tempels in der South Bridge Road. Das Zentrum der Muslimen errichteten die Chulias im Jahre 1834. In Hoffnung auf einen besseren Lebensstandart zog es sie von der südindischen Küste nach Singapur.

Al Abrar-Moschee: Verschlossene Türen für Touristen
Die Telok Ayer Street beheimatet nicht nur einen chinesischen Tempel, sondern auch zwei Moscheen. Eine davon ist die indische Al Abrar-Moschee, die man 1830 errichtet und in den folgenden Jahren einer gründlichen Restauration unterzogen hat. Doch lediglich südindische Moslems haben Zugang – Besucher müssen sich mit einem Blick von außen zufrieden geben.

– Little India

Sri Veerama Kaliamman Temple: Kali und Kokosnüsse
Bei Opfergaben könnte man an saftiges Fleisch oder Fisch denken – nicht aber in Singapurs Tempeln. Solche Gaben sind hier nämlich nicht gestattet. Wenn man diesen Tempel betritt, wird man dafür aber auf süßlich duftende Kokosnüsse stoßen, deren weißes Fruchtfleisch Reinheit symbolisiert. Gewidmet ist der 1860 fertig gestellte Tempel in der Belilios Road der Hindu-Göttin Kali. Doch bevor man sich seiner Schuhe entledigt und einen Blick in das prächtig geschmückte Tempelinnere wirft, lohnt es sich, einige Momente vor dem stattlichen Turmzugang zu verweilen, der mit zahlreichen farbenfrohen Götterfiguren einem Bilderbuch gleicht. Auch innen trifft man auf unzählige Darstellungen und Statuen der verehrten Gottheiten. Ganz in der Nähe befindet sich der Central Sikh Temple.

Sri Srinivasa Perumal Temple: Überkochender Reis
Zweifellos ist dieser renovierte Tempel das Highlight der Serangoon Road. Einst verkaufte die „British East India Company“ das Grundstück an Narasinghan, einen Inder, der schließlich den Tempelbau beauftragte. Wenn das Erntedankfest Ponggal im Januar stattfindet, bereitet man auch im farbenfrohen Hindu-Tempel überkochenden Reis vor, der Reichtum symbolisiert. Zudem werden andere Opfer wie Gewürze oder Gemüse erbracht, die die Gläubiger hinterher verzehren, um sich ihrer Sünden zu entledigen. Gleichzeitig erklingen Gebete, Glockengeläute und eher seltsame Musikklänge. Wer bei seinem Besuch im Tempel auf dezente Kleidung achtet und mit Aufnahmegeräten wie Videokamera und Fotoapparat feinfühlig umgeht, ist gerne willkommen.

Abdul Gaffoor-Moschee
Wenn Sie das lebhafte Viertel Little India besuchen, sollten Sie auch einen Abstecher zur 1910 erbauten Abdul Gaffoor-Moschee machen, die ein wenig verborgen hinter Litte India in der Dunlop Street zu finden ist. Besonders sehenswert ist der Stammbaum, welcher die Propheten der Muslime darstellt.

– Singapore River

Omar Kampong Melaka Moschee
In der Keng Cheow Street trifft man auf die 1820 gebaute Omar Kampong Melaka Moschee, die man über Singapurs erster Moschee errichtete.